Beratung ist tot!
Shownotes
- Warum traditionelle Beratungsmodelle im öffentlichen Sektor tot sind und was sie ersetzen könnte? - Welche Bedeutung haben Kokreativität, Offenheit und offene Räumen für Innovationserfolg? - Welche Herausforderungen und Chancen hat Innovationsberatung im Politik- und Verwaltungsbereich? Darüber und über ihre konkreten Erfahrungen aus der Beratungspraxis im Öffentlichen Sektor und der Politik sprechen Kai Kochmann und Nicolas Stühlinger in dieser Episode von DER COACH DOC.Transkript anzeigen
00:00:00: Wir leben einfach in einer anderen Zeit, in eine sich verändernden Zeit.
00:00:03: Da braucht es eigentlich Mut und Zuversicht und Gestaltungswilde nach vorne zu gehen.
00:00:09: Und ich glaube Angst ist da immer ein schlechter Ratgeber.
00:00:13: Deswegen mein Blick auf Deutschland ist hin- und hergerissen im Wissen wie viel kreative Köpfe, wie viele Gestaltungswiele da sind.
00:00:21: aber ich spüre auch Sorge und Angst.
00:00:38: Heute habe ich einen sehr charmanten Kollegen aus Österreich zu Gast.
00:00:41: Er hat über zehn Jahre Beratungserfahrung an der Schnittstelle von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.
00:00:48: Hat es mit Abschlüssen nicht unter Innsbruck, Oxford oder Havard gebracht.
00:00:53: Und er kommt mit einer steilen These – Beratung ist tot!
00:00:58: Naja, wenn man sich in der heutigen meist rögen- und zunehmend ideenlosen Politiklandschaft aber auch im öffentlichen Sektor oder der Wirtschaft umschaut, könnte man in der Tat den Verdacht hängen, dass seine These stimmt und viele Berater schon mit Totengräber-Lizenz erfolgreich am Werk waren.
00:01:15: Ich freue mich jetzt umso mehr auf ein Gespräch mit jemandem, der frischen Wind in den öffentlichen Sektor bringen und ihn handlungsfähiger machen möchte!
00:01:32: Du
00:01:34: bist Geschäftsführer mit Gründern von Visionen, oder Vision Sixty-One müsste man es englisch aussprechen.
00:01:41: Weil ich habe verstanden die Ure Idee ist die Vision der Mondlandung von John F Kennedy, und dein Angebot ist Menschen in dem Fall Organisationen im öffentlichen Sektor zu helfen das aus ihrer Vision Wirklichkeit wird, also dass sie ihre Mondlandung hinkriegen.
00:02:02: Meine Frage an dich zunächst mal, bringst du die Ihnen Vision zum Kunden oder gehst du zu den Kunden, die eine Vision haben?
00:02:09: Dich anrufen und sagen lieber Herr Stühlinger helfen Sie mir aus unserer Vision soll was werden wie ist die Reihenfolge?
00:02:17: Also mal danke für das total nette Vorstellung.
00:02:19: ich habe das Glück glaube mit Kunden und Menschen arbeiten zu dürfen oder wir.
00:02:24: Es sind auch schon vier Leute, die an das Glück mit Menschen arbeiten dürfen.
00:02:29: Die eigentlich selbst ihre Visionen haben, Vorstellungen haben wie sie verwirklichen wollen.
00:02:35: und deswegen ist es in meisten Fällen so dass Sie oder er auf mich zukommen und sagen Nikolaus ich habe da eine Idee.
00:02:43: Ich weiß die klingt ein bisschen verrückt und die ist vielleicht etwas zu weit vorne gedacht aber ich möchte gerne was auf den Boden bringen Und dann mehren wir uns im Gespräch eigentlich miteinander an, wie ich unterstützen kann und wie wir unterstützen können.
00:02:58: Also in meisten Fällen arbeite ich einfach sehr stark mit Menschen die wirklich etwas bewegen wollen und dir Visionen haben was sie erreichen möchte.
00:03:04: Nicolas du bist ja mit einer steilen These hier reingekommen und kreierst dadurch eine Paradoxie.
00:03:09: Du bist selbst Berater und nochmal deine These ist beratung ist tot.
00:03:13: meine frage ist wer ist denn tot?
00:03:14: Die strategie oder Beratung oder sind es die Powerpoint, Death by Powerpoint folgen?
00:03:22: Was ist denn tot.
00:03:24: Natürlich bin ich jetzt da super steil hineingegangen auch um natürlich ein bisschen zu irritieren auch.
00:03:29: Ich glaube dass die alten Beratungsmodelle so wie sie kennen das Berater reinkommen, Analysen machen diese auf Powerpoint-Pfolien klappt sich gerade im öffentlichen Sektor und dann quasi Menschen sagen was sie denn zu tun hätten dass dieser Ansatz eigentlich tot ist.
00:03:48: Also ich glaube einfach daran, dass die großen Herausforderungen, die wir jetzt haben im öffentlichen Sektor nicht mehr darauf begrenzt sein können das man sagt oder an der Seitenlinie auch als Berater steht und sagt das sollte man machen oder das könnte man machen und das würde zum Erfolg führen sondern dass man selber die Hände also die Ärmel hochkrempelt, benutzt, die man hat und dort anpackt wo es halt wo es halt dringlich ist.
00:04:14: Wir arbeiten jetzt gerade zum Beispiel um das Bild plastischer zu machen oder haben gearbeitet für eine Bildungsorganisation, eine große in Österreich und dort war die Frage ob wir helfen können im Wachstum, in ihrer Skalierung?
00:04:30: Und wir haben gesagt okay wir können das gerne machen aber wir stehen nicht als Berater auf der Seite sondern wir helfen euch gern bei der Analyse Aber dann unterstützen wir euch in einer Form von Interimmanagement, also wo man wirklich fast Verantwortung hat für den Bereich Kooperationen und Partnerschaften.
00:04:46: Dort wirklich in einem Interim-Managementsfunktion drinnen sitzt und sagt ja ich nehme auch die Verantwortung dass sich die strategischen Gedanken die ich gehabt habe mit euch gemeinsam mit euch auf dem Boden bekommen.
00:04:56: Also das ist was ist tot?
00:04:58: Ich glaube es ist alles ein bisschen tot.
00:05:00: Auch bei den Präsentationen glaube ich sind auch etwas tot.
00:05:03: Aber ich glaube grundsätzlich ein altes Beratungsmodell, das nur sich als Berater auf der Seite sieht.
00:05:08: Das würde ich als tot bezeichnen und vielleicht kann man auch dann sagen, Beratung ist tot.
00:05:14: es lebe die Beratungen weil es wird neue Formen geben und sie wird anders sein wie es heute kennen.
00:05:27: Ich werde dazu gleich noch ein paar Zahlen bringen.
00:05:29: Ein bisschen Faktencheck habe ich vorbereitet.
00:05:32: aber vielleicht zu dem Beispiel was du gerade bringst da möchte ich anknüpfen.
00:05:35: du hast grade dieses Thema Interimstrolle, die du dann auch temporär einnimmst beschrieben.
00:05:41: Das stelle ich mir als eine Herausforderung.
00:05:43: voreinsystemisch gesehen, arbeitest Du ja dann wie viele Beratende von außen nicht nur am System sondern du gehst ja zumindest temporär ins System.
00:05:52: Wie kannst Du denn Deine Alparteiligkeit oder Deiner innere Unabhängigkeit erhalten wenn Du in den Dynamiken des Systems vielleicht mit eingewoben wirst?
00:06:05: zwei wichtige Sachen erwähnt.
00:06:08: Gerade das eine ist das Thema Allparteiligkeit, dass mir einfach ein grundsätzlich total wichtiges Thema ist und es in unseren Projekten gerade im öffentlichen Sektor einfach wesentlich ist, dass man allparteilich agiert, dass mal allparteilig denkt und nicht an irgendwelche Bedürfnisse oder Befindlichkeit im Hintergrund denkt sondern immer aus dieser sehr Kunden- oder nutzerspezifischen Mensches oder Bürgerinnen spezifischen Rolle denke, also ich glaube das ist so eine grundsätzliche Haltung die man mitbringt.
00:06:36: Gleichzeitig finde dass du den wie du gesagt hast Also was muss man mitbringen?
00:06:42: an innerer Haltung vielleicht auch und ich glaube da legen wir als Organisation einfach sehr viel Wert drauf sind unsere quasi unserer eigenen Werte und Haltungen Dass man es sehr gut eigentlich jedes Projekt für Projekt uns anschauen und sagen Ist es ein Projekt?
00:07:00: nutzen stiftet auch für die gesellschaft mehr wert.
00:07:03: Für einen modernen staat oder ist es etwas was nur gemacht wird um vielleicht etwas in der schublade zu haben?
00:07:10: also wir gehen da schon sehr stark aus der eigenen haltung heraus und wählen die projekte sehr bewusst, die wir angreifen einfach davon überzeugt sind ich möchte nicht Dinge für die schubladen machen Sondern das, was wirklich willkommen in der Gesellschaft hat.
00:07:26: Erlebst
00:07:26: du dann Konkurrenz zu Mitarbeitenden oder Führungskräften?
00:07:30: In diesen Unternehmen kann mir vorstellen, dass Triggert möglicherweise einige der Auftraggeber selbst hat gewollt aber Du gehst vielleicht auf eine Ebene die es nicht so wollten und da sitzt nur einer von außen neben denen Und erklärt den ein paar Wochen lang, dass man ab sofort alles anders machen müsste kreiert das Widersprochenkonkurent.
00:07:46: Ich glaube ist ja gute berechtigte Frage.
00:07:49: ich glaube Es ist die fra.
00:07:50: also für mich steht dahinter Mit welcher Haltung gehst du auch in die Organisationen hinein?
00:07:56: Gehst du mit der Haltung hinein, ich bin als Berater von außen und sage denen sechs Wochen lang oder was nicht sechs Monate lang.
00:08:05: Was jetzt wie zu tun ist?
00:08:07: oder gehst Du auch in einer wertschätzenden Haltung in diese Organisationen und sagst Ich bin nicht hier um euch zu sagen, wie man es macht sondern ich helfe euch dabei euch in eurer alltäglichen Arbeit die Dinge auf den Boden zu bekommen übergestellt oder die Instanz darüber, sondern agier fast schon als verlängerte Werkbank in diesen Unternehmen oder Organisationen.
00:08:29: Also ich glaube es ist eine Frage wie man hineingeht in solche Settings und wir haben grundsätzlich für uns auch schon festgeschrieben als Polices wie wir da auftreten.
00:08:41: in solchen Settings und das Thema der Zurückhaltung nicht im Vordergrund treten ist für unsere ganz wesentlich weil einfach einen Unterschied macht für die Menschen, mit denen wir arbeiten wie wir auftreten.
00:08:53: Und das versuchen wir sehr stark zu leben und immer wieder zu reflektieren damit es uns so gut gelingt wie es uns jetzt gelingt.
00:09:00: Verstehe!
00:09:01: Die klassische Beratung greift ja genau das alte Muster vielleicht auf und so weiß ich nicht ob wie deine Erfahrung da ist?
00:09:08: Es gibt sicher eben noch vielfach dass die alte Idee ist... Das gibt ein Problem das muss man nur gründlich analysieren.
00:09:15: dann braucht es eine Strategie Die muss man nur konsequent durchziehen und dann wird die Organisation erfolgreich.
00:09:22: So, dass klassische Lineare denken Input-Output linear korreliert.
00:09:27: Warum funktioniert das aus deiner Erfahrung nicht mehr dieses Denken?
00:09:31: Ich glaube, die Welt ist einfach komplexer und auch vernetzter geworden als wir es aus der klassischen Beratung kenne.
00:09:40: Wir machen halt sehr viel im öffentlichen Sektor oder eigentlich hauptsächlich im öffentliche Sektors.
00:09:44: Und da sehen dass die Herausforderungen, die man hat in der Arbeit im öffentlichen Sektor eben nicht auf eine Organisation begrenzt sind.
00:09:55: Sondern schon systemisch stark verankert sind.
00:09:58: Das heißt, in den Projekten schauen wir immer sehr, sehr drauf.
00:10:02: wer ist eigentlich das dekohle Landschaft, in der wir uns bewegen?
00:10:06: Wer sind Menschen, die wir auf unserer Reise, auf unsere Veränderungsreise einen Projekt mitnehmen müssen?
00:10:11: Wen müssen wir befragen und mitgestalten lassen?
00:10:23: Die versprochene Faktendarstellung, natürlich gibt es Beratung.
00:10:28: Was sich ändert glaube ich und was sich ändern muss in einer komplexen Welt wo Planungshorizonte kürzer und die Unsicherheit größer wird sind diese rein linearen Vorgehensweisen ist.
00:10:40: Man kann auch sagen dass das was klassischerweise ein Juniorberater gemacht hat, das macht heute die KI.
00:10:47: Die generative KI kann heute Leistung übernehmen.
00:10:49: Die machen Desk Research, Mark-Analysen, Sword-Aanalysen.
00:10:53: Strategie im Umaranten können die schreiben.
00:10:56: Das wird zum Teil auch noch geliefert aber das kannst du eigentlich nicht mehr so abrechnen wie bislang.
00:11:00: was sich entscheidend ja zeigt ist dass Prozesse in Organisationen also insbesondere Transformationsprozesse die scheitern eben nicht an zu wenig Strategiepapier sondern die scheiten daran Umsetzung, die Führungsqualität.
00:11:18: Die
00:11:18: Verhaltensänderungen nicht erfolgen also im Sinne eines Kulturprozesses.
00:11:22: Da gilt dann dieser alte Satz Culture eats strategy for breakfast.
00:11:26: Also zu gut Deutsch du kannst Strategien haben wie du willst wenn die Strategie überzeugt aber die Kultur sich nicht ändert und Verhalten sich nicht endet.
00:11:35: Dann geht es um die Realisierung Und ich glaube da braucht das co kreative Ansätze Also gemeinsam mit dem Kunden was zu machen und nicht nur von oben abzudiktieren, wie ein Organigramm auszusehen hat.
00:11:51: Ja!
00:11:51: Und würde ich sogar ergänzen... Ich glaube das auch braucht eine neue Form der Zusammenarbeit zwischen Beratung und Kundinnen und Kunden weil du bist also aus meiner Sicht sicher klassischer Berater die mir da widersprechen würden.
00:12:07: aber ich glaube einfach dieses ein Beratungsmandat nicht als etwas zu sehen, da arbeiten wir punktuell zusammen und dann setzen wir den Hacken drunter.
00:12:16: Und dann ist die Strategie da und dann setzt man alles um das ich glaube einfach nicht mehr.
00:12:22: diese Form der klassischen Projektbezogenen Beratung wird es wahrscheinlich immer geben.
00:12:27: Ich glaube nur dass wenn man eine Aufgabe als systemisch betrachtet und sagt okay sie die Frage stellt welche Menschen wollen mich dabei begleiten?
00:12:36: Sind das eigentlich keine Beratungsmandate, die du einfach nur abgegrenzt siehst?
00:12:39: Sondern es ist eine Reise in einem größeren oder kleineren Team gemeinsam.
00:12:45: Die du gemeinsam schaffst oder die du gemeinsam schaffen möchtest.
00:12:48: Weil auf diesem Weg, wenn du sagst kokreativ, ist immer so dass Umwegbarkeiten und Einsprüche kommen und man vielleicht auch einmal kurzfristig den Weg ein bisschen erweitern muss um ans Ziel zu kommen.
00:13:00: aber das muss man auch gemeinsamen Arbeiten einer Wirkung, die man gemeinsam erzielen möchte halt auch abbilden.
00:13:07: Und nur zu sagen ich gehe jetzt rein als Berater mache meine fünfzehn Beratungstage und gehe wieder raus ist glaube ich nicht der Weg, der die Zukunft verspricht oder die vielleicht ich auch gerne mit meinem Team leben möchte sondern es ist etwas Partnerschaftliches und das heißt auch die eigenen Adressbücher zu öffnen und Menschen in eines Boot zu holen, die wir vielleicht für für das Vorgehen spannend finden.
00:13:31: Also ich bin ein großer Freund davon, externe Perspektiven auch punktuell von anderen, vom Mitbewerbern des Systempartners hineinzuholen einfach um das Vorhaben fester zu machen und die Vorgehensweise zu
00:13:45: stärken.".
00:13:46: Ja, das habe ich ganz ähnlich mal gemacht in einem Beispiel aus meinem Beratungscontext.
00:13:51: Aus dem politischen Umfeld im Bildungsbereich bin ich angesprochen worden damals mit Ideen wir bräuchten mehr Ideen.
00:13:58: was können da im Bildungss Bereich machen?
00:13:59: Das Bildungssystem in Deutschland stagniert und Pisa fallen wird zurück also ganz kurz irgendwo hinter Gambia und Ghana.
00:14:09: Also es ist dramatisch kann man sagen wenn man sich die PISA Studien anschaut und bei dem Hintergrund angefragt worden.
00:14:15: und die Idee war, die wir eingebracht haben eben sich jetzt nicht mit den Referatsleitern des Ministeriums und den Experten aus dem Ministerium hinzusetzen.
00:14:26: Und das zu besprechen an Räumen in denen man immer sitzt wie man immer besprochen hat sondern disruptiver reinzugehen zu sagen okay ich wir bringen mal in diese halb In diesem halbtägigen Workshop jemanden aus der Pädagogik mit, wir bringen mal Schulleiterinnen oder Schulleitern mit.
00:14:45: Wir bringen meinen Lehrer mit oder eine Schülerin oder auch Eltern und haben in einem moderierten Raum den haben wir Beta-Raum genannt also im Sinne einer Beta-Version Also nicht mit der Idee fertig zu werden Auch nicht mit die Idee Experten für die Details drin zu haben sondern Perspektivwechsel zu erlauben und diesen co-kreativen Raum als Dialog und Ideenraum zu nutzen.
00:15:10: Das Konzept des Beta-Raumes war hoch erfolgreich, die hatten innerhalb von drei Stunden so viel mehr Ideen, als sie sonst in ganzen Konferenzen hatten wo man sich eigentlich nur selbst beweihräuchert.
00:15:22: das wollte ich nur erzählen ist ein Beispiel wie wir auch co-creativ arbeiten das heißt die These die hier ran hänge.
00:15:28: Beratung braucht heute Irritation und eher die Räume fürs Lernen einen Raum, der wirklich Neues schafft, weil Perspektivwechsel ermöglicht wird und nicht den extern eingekauften Wissensträger der Folien hinterlässt?
00:15:47: Ich bin total deiner Meinung.
00:15:50: Ich glaube dieses Schaffen von Räumen für neue Ideen oder für perspektiven Wechsel, der ja auch oft schon super hilfreich ist gerade für Entscheidungsträgerinnen, denen zu kuradieren der sensibelsten Aufgaben, aber auch eines der wertvollsten Aufgabem oder Themen oder Aufgaben die wir in der Beratung haben.
00:16:15: Ich bin ein großer Fan von meinem ehemaligen Prof.
00:16:19: Kurt Matzler und er ist Professor für Strategisches Management in Innsbruck und der hat jetzt auch einen Buch mit Kolleginnen und Kollegen verfasst das heißt Open Strategy also offene Strategiarbeit.
00:16:30: und da quasi da ist der Ansatz dafür zu sagen ja Auch Strategie muss nicht in Vorstandszimmern passieren, sondern wie können wir Formate generieren?
00:16:40: Wie ist einfach von Mitbehalt bei der Rinnenschaft über vielleicht mit Bewerberrinnenschaft.
00:16:46: Wir können mit Impulse von denen nutzen zum Zukunft des Marktes zu neuen Marktpotenzialen die wir als Führungskräfte gar nicht sehen also diese diese Räume zu kuratieren und die richtigen Leute zur richtigen Zeitpunkt einen Tisch zu bekommen und zu bringen, um da ein Vertrautesetting rauszumachen.
00:17:07: Ich glaube das ist eine ganz große Kunst.
00:17:10: aber gerade in einer wie du sagst KI getriebenen Welt wo auch vielleicht viel Analyse und Recherche von KI gemacht werden kann wird diese Sensibilität auf einmal wieder viel wichtiger und viel interessanter und auch die Strategiearbeit oder die Innovations- und Projektarbeit wieder interessanter weil es weg von diesem klassischen geschlossenen System hingeht.
00:17:29: hinzu offener Form der Zusammenarbeit.
00:17:48: Nicolas, du bist viel in Deutschland.
00:17:50: Bist Österreicher?
00:17:51: Wohnst glaube ich in Indien.
00:17:52: ist das richtig?
00:17:54: Richtig ja!
00:17:55: Und bist ja insofern durch deine Nähe auch zu Deutschland und häufig in Deutschland vielleicht auch als außenstehender Beobachter.
00:18:02: wenn Du jetzt mal öffentlicher Sektor im weiteren Sinne deutsche Politik und Gesellschaft anschaust dann möchte man ja sagen Nicolas komm mal her hilf uns mal Wir bräuchten Unterstützung.
00:18:15: Es stagniert in diesem
00:18:16: Land.".
00:18:16: Das ist meine Wahrnehmung als Deutscher, der ja auch im politischen Betrieb arbeitet!
00:18:20: Wie ist denn dein Blick auf Deutschland?
00:18:22: Was siehst
00:18:24: du?".
00:18:25: Also, außer dass wir einander kennen und eine andere Freundin in Deutschland, Düsseldorf Berlin, Köln ... was ich halt wahrnehme, ist einfach eine extreme Besorgnis.
00:18:36: Teiler schriegst vielleicht doch Angst in Deutschland, Angst vielleicht auch vor der wirtschaftlichen Entwicklung.
00:18:42: Angst auch wie sich KI weiterentwickelt.
00:18:45: Angst dass... Angst auch von einem politischen Rechtsrucker sich nehmen hat dieses sehr schon sehr angstgetriebene Verhalten in vielen Bereichen halt auch war.
00:18:55: und das finde ich insofern schade weil ich glaube es sollte nicht in Österreich nicht anders sein als in Deutschland.
00:19:00: Es ist halt... Es ist eine... Ich glaube Scholz Ich bin mir jetzt nicht sicher, aber ich glaube, es hat Zeitenwände genannt.
00:19:07: Und der Begriff ist schon richtig!
00:19:09: Also wir leben einfach in einer anderen Zeit, in einer sich verändernen Zeit und da braucht's eigentlich Mut und Zuversicht und Gestaltungswille nach vorne zu gehen... ...und ich glaub Angst ist da immer ein schlechter Ratgeber.
00:19:23: und deswegen mein Blick auf Deutschland ist hin- und hergerissen im Wissen wie viel kreative Köpfe, wie viele Gestaltungshülle da ist.. auch Sorge und Angst.
00:19:35: Teile ich absolut, die Frage wäre mal wo müsste man ansetzen?
00:19:40: meine Beobachtung und meine Erfahrung ist im politischen Bereich?
00:19:43: Und ich habe ja auch eben im Ministeriumbereich und den Deutschen Bundestag gearbeitet bisschen übergeneralisierend gesagt, du musst sehr großes Vertrauen bei Menschen haben.
00:19:53: Das ist ein zauber Wort glaube ich was es braucht als im Sinne eines inneren Bereitsseins sich von außen irritieren zu lassen und beraten zu lassen.
00:20:01: Und wenn du nicht persönliche Kontakte oder in irgendeiner Form vertrauen hast als jemand der dafür bekannt ist dass er wie er arbeitet dann ist es unglaublich schwer je höher.
00:20:11: du gehst auf Gehörzutreffen im Sinne einer inneren Breitschaft Visionäre oder auf dieses Co-Kreative, oder auf das Dialogische einzulassen.
00:20:23: Da tickt Politik eben nicht so.
00:20:26: Wie ist deine Erfahrung?
00:20:27: Wie erreichst du denn mächtige mit deinen Ideen die ja nicht klingen so soft aber sie sind ja hart.
00:20:37: Du kennst es glaube ich ganz richtig.
00:20:39: natürlich klingt oft sehr soft, aber im Wesenkern ist es natürlich schon eine gewisse ein gewisser Unbruch oder etwas, was das System so nicht kennt.
00:20:50: Ich erlebte es schon auch im staatlichen Bereich, dass es natürlich je höher man kommt und je höher ist, desto risikoaverser wird man.
00:21:06: Die Angst, sich auf Neues einzulassen ist natürlich auch getrieben oder systemisch verankert.
00:21:11: Weil du natürlich Wiederbestellungsmechanismen hast die so gebaut sind wie sie sind also möglichst keine Probleme machen, keine Fehler machen und dann wirst Du auch wieder bestellt und ich glaube das ist natürlich im System so verankerd.
00:21:26: Ich ums höflich auszudrücken glaube ich bin eigentlich sehr ehrlich Und ich versuche den Menschen mit sehr viel Ehrlichkeit zu begegnen und auch die Lagen so einzuschätzen, wie ich sie persönlich wahrnehme.
00:21:42: Also wenn ich mit Politikern aber auch Verwaltungsmitarbeit nach hohen spreche, dann nehme ich mir persönlich kein Blatt vor den Mund weil es bringt ihnen nichts in ihrer Zeit einen Ja-Sager dazu haben und auf der anderen Seite mir bringt's auch nix quasi, wenn ich als Wahrnehmer als Ja- Sager wahrgenommen werde.
00:22:00: Ich stehe halt einfach für den Umbruch und für was Neues, um Dinge neu zu denken.
00:22:05: Und so versuche ich auch zu kommunizieren.
00:22:07: also wenn ich glaube das ein System vor dem Bruch steht und dass es hier einige Buchstellen gibt und wenn man nicht ins Handeln kommt dann wird sich nichts ändern oder wird schlechter.
00:22:15: Dann werde ich das auch so sagen.
00:22:18: aber du hast natürlich recht manchmal... Ich versuche natürlich immer in meiner Sprache vielleicht harte Dinge weich zu verbacken.
00:22:25: aber vielleicht ist das etwas Österreichisches, was mich ja auch ein bisschen ausmacht und was du als Schamant glaub' ich in deiner in deinem Intro bezeichnet hast.
00:22:34: Ein Österreicher, der ein Oxford studiert hat, da kommt ganz viel Diplomatisches glaube ich zusammen.
00:22:40: aber ich schätze sehr wie du das sagst und ich würde dich jetzt mir auch zusprechen als nicht Österreicher.
00:22:47: Als harter Preuse könnte man sich bei Berlin gewohnt.
00:22:50: Aber da habe ich zumindest ein bisschen erlebt dass es ja nicht hilft immer nur freischnaut zu reden wie der Berliner sagt sondern schon an den Moment abzupassen und vor allen Dingen eins zu machen sich die Erlaubnis zu holen und im Contracting, also in der Auftragsklärung.
00:23:06: Sich genau diese Erlaubnissen zuholen, sich nicht als Erfüllungsgehilfe- und Ja-Sager bezahlen zu lassen sondern das Restrisiko in Kauf zu nehmen dass man etwas sagt was den Kunden irritiert ob das okay wäre?
00:23:19: Das was wir auch immer sagen ist Wir sind keine ja Sagerinnen Und wenn ihr auf euch für uns entscheidet, dann wird jetzt ja niemanden bekommen der alles abnickt.
00:23:30: Sondern wir sehen uns als eure Partnerinnen, auch Partnerinnen in Geist aber auch in der Arbeit.
00:23:36: und das heißt auch dass man was der Partner sagen wird du ist es wirklich eine gute Idee natürlich begründet weil X Y. Aber diese Erlaubnis und quasi von Anfang an zu sagen Wir sind keine Ja-Sagerinnen ändert natürlich schon etwas in der Zusammenarbeit.
00:23:51: Das stimmt natürlich vorkommen.
00:23:54: Zwischen résumé Die Beratung lebt wohl, es gibt einen Wandel.
00:24:00: Und nochmal mit Faktencheck hat man geschaut McKinsey große Umsatzsteigerungen E&Y also Ernst & Young Wachstum trotz KI die haben dreienfünfzig Milliarden Dollar.
00:24:12: Umsatz Consulting wachst du alleine fünf Komma zwei Prozent.
00:24:17: Was eben was sich ändert ist dass sie weniger für Strategie oder für Analysen bezahlt werden sondern für das Thema Implementierung.
00:24:25: ja und Diese Unterstützung, du hast das mit Interim benannt.
00:24:29: Dass man also vor Ort dabei ist.
00:24:32: Das führt dazu dass also McKinsey eine eigene Global Implementation Practice aufgebaut hat.
00:24:38: Das heißt die haben dort Menschen die dann reingehen und nicht nur nach den Folien nach Hause.
00:24:44: Das ist glaube ich ein Unterschied und vielleicht beschreibt es auch nochmal der BCG CEO.
00:24:49: Also Christoph Schweizer ist der Chef von Boston Consulting Und er sagt in einem Gespräch bei denen mittlerweile viele Projekte umvolksabhängig vergütet werden.
00:24:59: Ja, das heißt die Kunden bezahlen zunehmend für erzielte Wirkung statt für Präsentationen oder Berater Tage.
00:25:05: Ich glaube diesen Unterschied den kann man wachsen sehen und da sind Modelle auch neue Geschäftsmodelle damit in der Luft.
00:25:13: Teilst du das?
00:25:14: Absolut!
00:25:15: Und gerade bei PTG sieht man... Die haben jetzt auch eine Interim-Sion nicht gegründet, ich glaube sie heißen Rapid Value & Cash für die spannendes Framing der eigenen Interims-Managementleistung.
00:25:26: Aber ja, ich glaube es geht viel stärker in das Thema Wirkungsverantwortung oder zumindest Umsetzungsverordnung.
00:25:36: Ich glaube schon dass der öffentliche Sektor im Gegensatz zum privaten Sektoren wiederlei Hinsicht unterschiedlich tickt und ich glaube diesen Sektorn muss man auch verstehen wie die Dynamiken sind, wie die Bedürfnisse und Abhängigkeiten auch sind ohne BCG oder McKinsey eine Stärke absprechen sollen.
00:25:55: Aber ich glaube, diese Schnittstellen, die Schnittschule Staat, Wirtschaftsstaat, Zivilgesellschaft – das ist schon auch ein Fingerschwitzgefühl, dass man versteht wie funktionieren diese Welten?
00:26:05: Wie kommunizieren diese Welt noch miteinander und da gibt es nicht nur eine handwerkliche Leistung, wie man es tut sondern auch ein bisschen eine Übersetzungstätigkeit, die man in vielerlei Hinsicht machen muss.
00:26:16: also ja, ich glaube im privaten Sektor sehr stark im öffentlichen Sektor auch.
00:26:21: Und da kommt noch eine gewisse Komplexität, da kommt das Strukturen einfach unter Funktionsweise von Staat oder Politik und Verwaltung nochmal dazu.
00:26:30: Teilig!
00:26:31: Ich glaube was eben interessant ist genau diese unterschiedlichen Industrien zusammenzubringen.
00:26:36: und die Blickwinkelstichwort nochmal Diversity- oder Perspektivwechsel so wie es unser gemeinsamer Freund Josef Lensch mit dem Political Tech Summit oder jetzt im Oktober gibt es ja in Wien den Political Communications Summit, wo es ihm gelingt Menschen aus dem öffentlichen Sektor.
00:26:51: Aus der Industrie, aus den Medien und aus den Universitäten... für einen ganzen Tag zusammenzubringen und an verschiedenen Stages eben Masterclasses durchzugehen, zu vernetzen und Blickwinkel zu tauschen.
00:27:04: Ich glaube das ist in der Tat ein modernes sehr selbst organisiertes Herangehen was eben viel stärker ist als die klassische eindimensionale Beratung.
00:27:14: Und ich bin bei dir auch wir bei Reflektor arbeiten ja ganz stark auch im öffentlichen Sektor.
00:27:18: meine Kollegen Claudia Schneider Frau Professor Claudia Schneiders ist in Ludwigsburg eine Hochschule für öffentliche Verwaltung und Management tätig.
00:27:27: Und da haben wir die Dinge, die wir inhaltlich ähnlich machen bei den... In der Industrie oder in Stardubs.
00:27:36: zum Teil bereiten wir dort natürlich schon ganz anders auf.
00:27:39: Die Sprache ist anders, die Taktzahl ist anders.
00:27:42: Die Erwartung an Karriereentwicklung ist eine andere, die Vergütung ist auch eine andere.
00:27:47: Insofern das muss man berücksichtigen, sonst ist es naiv.
00:27:49: Da kann man nicht einfach mit dem gleichen Kamm
00:27:51: drüberkehren.".
00:27:52: Ja absolut!
00:27:54: Gerade in Zeiten, also da bin ich jetzt zu wenig in deutscher Politik an Detail drinnen.
00:28:00: Aber gerade in Zeiten ist man jetzt in Österreich in Zeiten wo die staatlichen Budgets auf mittlere Frist hin sinken werden und sich zu überlegen wie müssen eigentlich in Zukunft auch diese Schnittstellen bespielt werden?
00:28:18: Und wie kann Staat- und private AkteurInnen zusammenspielen für gleiche Wirkung.
00:28:26: Gerade in dieser Zeit wird dieses Thema Übersetzung, eine gleiche Sprache sprechen immer wichtiger.
00:28:42: Nicolas wir nähern uns dem Ende und ich würde dich gerne wenn ich darf ein bisschen in die persönliche Seite auch für unsere Hörerinnen und Hörereinladen wie immer zum Ende meines Podcasts so ein bisschen Satz-Ergänzungstext oder ne offene Frage mal ganz spontan aus dem Bauch ja?
00:28:58: Okay!
00:28:58: Ein Buch was ich nie gelesen habe Was mich aber interessieren würde zu lesen, hätte den Titel... Punkt, punkt.
00:29:06: Punkt?
00:29:08: The Code Stock Studio!
00:29:12: Vielen Dank.
00:29:13: Sehr gerne.
00:29:15: Ein Tattoo das ich mir nie habe stechen lassen und ob es vielleicht auch nie stechenlassen möchte, würde zeigen
00:29:24: die Fahne der Europäischen Union.
00:29:26: Ich bin einfach ein glühender Europäer in unser starkes Europa Aber ganz besondere Verbundenheit, sicher auch wegen meiner Aushaltserfahrungen.
00:29:36: Und deswegen wäre es wohl die Fahne der Europäischen Union.
00:29:40: Das ist ein Bekenntnis!
00:29:42: Ja umso spannender.
00:29:43: jetzt die dritte Frage habe ich mich mal gespannt was da kommt.
00:29:45: Ein Leben ohne Politik für mich wäre punktpunkt Punkt.
00:29:53: Jedenfalls nicht mein Leben
00:29:56: oder wie Loryod ein Leben ohne Hund ist denkbar aber sinnlos sagt ein Hundebesitzer.
00:30:04: Nikolas Ganz lieben Dank für deine Zeit heute hier bei mir im Podcaststudio vom CoachDoc.
00:30:10: Ich setze Informationen zu dir und zu VisionSixtyOne auch in die Show Notes zum Nachgucken, zum Nachlesen und zum Dich Kontaktieren!
00:30:19: Vielen Dank für Deine Zeit!
00:30:21: Danke für Dein Zeit und danke für die Einladung!
00:30:23: Alles Liebe!
00:30:24: Das waren wir heute vom Coachdoc heute im Gespräch mit dem österreichischen Kollegen Nikolas Stühlinger.
00:30:30: Danke fürs Zuhören fürs dabei sein.
00:30:32: ich freue mich aufs nächste Mal und sage tschüss Bis bald, ich bin Kai Kochmann.
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